Zitterpartie - ein Mantel für den Hund

Zitterpartie -ein Mantel für den Hund

„Unsere Hunde stammen doch vom Wolf ab. Da ist es doch wohl totaler Quatsch einem Hund einen schützenden Mantel anzuziehen, weil er angeblich friert.“ Genau das sagte mir mal ein Hundebesitzer. Diese Information geben Sie mal dem kleinen Mops oder sagen es einem großen Rhodesian Ridgeback, der mit wenig Unterwolle lebt und ursprünglich aus dem sonnigen Afrika kommt, dass er gefälligst nicht zu frieren hat, weil seine Vorfahren irgendwann mal Wölfe waren. Ihn interessiert sein Wolfserbe relativ wenig. Diese Hunde frieren einfach bei bestimmten Temperaturen. Kurzhaarige Hunde, kleinere Hunde, kranke Hunde oder alte Hunde frieren oft schneller. So gibt es auch bei Hunden, wie bei uns Menschen, ein unterschiedliches Kälteempfinden. Es gibt wahre „Frostbeulen“ unter ihnen und andere  Hunde, die aufblühen, sobald es kälter wird.
Ich kann mich gut an meine Studienzeit in Münster erinnern, wo ich mit meinem damals sehr alten Hund immer ein bisschen verschämt mit „Hund im Mantel“ rum gelaufen bin. Zu dieser Zeit war ich noch kein Hundetrainer und war mir nicht so sicher, ob das richtig ist. Man wurde von so machen Menschen schon schief angeschaut und der Coolnesfaktor war natürlich auch dahin.
Das hat sich heute komplett geändert. Mittlerweile ist ein Hundemantel schon ein Modeaccessoire oder die Oma strickt sogar einen Pullover für den Hund. Jedem das seine. Solange der Hund den Mantel gerne trägt und sich wohl fühlt, soll es mir als Trainer egal sein. Die Geschmäcker sind halt verschieden. Für mich ist nur wichtig, der Hund muss Hund bleiben d. h. er muss sich trotz schicken Mantels wälzen dürfen und durch den Dreck rennen sollte dann auch kein Tabu sein, nur weil der Mantel schmutzig werden könnte. Wenn wir Hundebesitzer dem Hund einen Mantel anziehen, muss dieser gut sitzen und auch die Bachpartie gut schützen. Wird der Mantel allerdings zum stylischen Firlefanz, bin ich als Trainer raus.
Jetzt wird’s für viele Nichthundebesitzer wahrscheinlich ganz absurd: Es gibt sogar Bademäntel für Hunde. Er besteht i. d. R. aus Frottiere, Baumwolle oder Leinen und ist kuschelig weich. Mittlerweile bin ich ein richtiger Fan von diesen Mänteln geworden. Gerade für Hunde, die lange brauchen, um wieder zu trocknen oder Hunde die z. B. zu Blasenentzündungen oder ähnliche Erkrankungen neigen, kann der Mantel super helfen. Es gibt Hunde, so wie meine, die müssen, egal bei welcher Temperatur, jede Pfütze und jeden Bachlauf beim Spaziergang erkunden. Die Bademäntel schützen nach dem nach dem Spaziergang den Hund vor dem Auskühlen z.B. im Autotransport nach dem Spaziergang im Regen. Auch der jagdlich arbeitenden Hund, der aus dem Wasser apportiert, ist nach getaner Arbeit bei kalten Temperaturen froh, wenn er warm gehalten wird.
Was können nun Anzeichen für einen frierenden Hund sein? Das Gangbild verändert sich, der Hund zieht den Rücken hoch oder die Rute unter den Bauch. Wenn der Hund draußen zittert, kann das ein deutliches Anzeichen von frieren sein. Auch kann es sein, dass der Hund bei nassem oder kaltem Wetter gar nicht mehr das Haus verlassen will. Wir Hundebesitzer sollten unseren Hund also gut beobachten, ob er draußen oder auch nach dem Spaziergang im Auto, im Haus friert und im Bedarfsfall einen Mantel für den Hund parat liegen haben. Wenn Sie also irgendwann mal einen Hund im Mantel begegnen, treffen sie wahrscheinlich auf einen Hundebesitzer, der einfach fürsorglich mit seinem Hund umgeht. Im Sinne des Tierwohls kann ein Hundemantel eine sinnvolle Sache sein.

Hunde sind sich einig: Silvester kann ausfallen

Um es am Anfang ganz deutlich zu sagen: Silvester ist keine Trainingssituation für Hunde. Bitte nicht alles glauben, was Google so von sich gibt und an Silvester versuchen, den Hund an Geräusche zu gewöhnen. Das habe ich leider alles schon erlebt. Ich kann mich gut an einen Hund erinnern, der durch einen einzigen Silvesterknaller traumatisiert war und wochenlang nicht mehr vor die Tür wollte. Diese Ängste wünscht man keinem Hund. Wenn ich eine Umfrage unter den Hunden durchführen würde, könnten die Hunde sehr gut auf Silvester verzichten und würden dafür stimmen, diese extremen Lichtreize, jodelnde Luftgeschosse und stundenlange Knallerei ausfallen zu lassen. Für viele von uns ist es ein Fest und für viele Hunde und andere Tiere ist es alles andere als das. Wir sollten uns bewusst, sein, dass Hunde Todesängste erleben können oder sie deutlich verängstigt sind und Stress erleben. Klar gibt es auch die hartgesottenen Hunde, denen das geballere und die Zischgeräusche egal sind. Dann hat man als Besitzer einfach mal Glück gehabt. Viele Hunde leiden jedoch sowohl schon vor Silvester als auch nachher. Denn auch zu diesen Zeiten wird geböllert, was das Zeug hält. Was soll ich nun als Hundebesitzer tun? Ich würde mir wünschen, gerade und insbesondere, wenn ihr Hund sein erstes Silvester erlebt, dass Sie mit dem Hund im sicheren Hafen d. h. zu Hause bleiben. Schirmen Sie den Hund so gut es geht von den Geräuschen und optischen Signalen ab. Rollläden und Fenster schließen, Musik im Hintergrund laufen lassen (kein Radio und Fernseher, da wird ja auch das Feuerwerk abgebrannt) Bleiben Sie bei Ihren Hunden. Wenn diese Nähe zu Ihnen suchen, geben Sie diese Nähe, beruhigen sie den Hund, machen sie mit ihm Futtersuchspiele oder geben dem Hund etwas zum ablenken z. B. einen Kauknochen. Ja, Sie dürft Ihren Hund auch beruhigen. Es hält sich leider immer noch das Gerücht unter Hundebesitzern, dass Ängste verstärkt werden, wenn ich meinem Hund Zuwendung gebe. Das ist mittlerweile durch etliche Studien widerlegt. Gefühlt hatten wir Hundebesitzer also schon immer den richtigen Gedanken, dass es nicht OK sein kann, seinen Hund in einer Angstsituation zu ignorieren und so zu tun, als wenn wir ihn nicht kennen. Hunde erleben die Angst genauso wie wir. Dann ist es doch beruhigend jemanden an seiner Seite zu haben. Hätten wir mal öfter auf unsere Intuition gehört, denn das Kuschelhormon Oxytocin wird bei sozialer Zuwendung sowohl beim Hund als auch beim Menschen freigesetzt und damit werden positive Gefühle ausgelöst.
Für Silvester gilt: Versuchen Sie einfach die Tage so entspannt zu machen wie es eben geht. Der Hund merkt, wenn Sie selbst angespannt sind. Lassen Sie vermehrt die Leine am Hund (auch vor und nach Silvester). Knallgeräusche können ein Fluchtverhalten also Wegrennen verursachen. Kennzeichnen Sie Ihren Hund z. B. mit einer Telefonnummer am Halsband. Die Spaziergänge dürfen zu dieser Zeit auf das nötigste beschränkt werden. Wenn der Hund sich an einen ruhigen Ort im Haus zurückziehen möchte z. B. Keller, lassen Sie dieses bitte zu.


Es gibt diverse Hilfsmittel auf dem Markt, wie Thunder Shirt, Calming Cap, Relaxpetbox, Bachblüten, Pheromone etc. All das kann man noch unterstützend einsetzen.
Wenn Sie merken, ihr Hund hat übermäßig Stress, kann es Sinn machen, fürs nächste Jahr frühzeitig einen erfahrenen professionellen Hundetrainer zu raten ziehen, um an der Problematik zu arbeiten, damit das  nächste Silvester dann besser klappt.
Mit meinen Tipps ausgestattet wünsche ich Ihnen allen und unseren 4-beinigen Freunden einen gelassenen Rutsch ins neue Jahr und für 2020 viele entspannte Stunden.

Unterkategorien

© 2018 Hörsteler Hundezentrum, Rheiner Str. 61, 48477 Hörstel

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.